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Schlafinformationen

Schlaf ist ein Zustand, der durch eine sehr geringe körperliche Aktivität und eine kaum vorhandene Wahrnehmung der Umwelt gekennzeichnet ist.
Die meisten Wissenschaftler sind der Meinung, daß der Schlaf für das menschliche Leben von vitaler Bedeutung ist, obwohl die Auswirkungen des Schlafs noch nicht in allen Einzelheiten erforscht sind.
Wir spüren alle, wann wir Schlaf brauchen, ebenso wissen wir, wann der Schlaf seine Funktion erfüllt hat: Unser Schlafbedürfnis ist erfüllt, wir fühlen uns frisch und ausgeruht.
Ein anderes wichtiges Kennzeichen des gesunden Schlafes ist, daß er sehr schnell beendet werden kann. Obwohl ein Schlafender bewußtlos erscheint, kann er, im Gegensatz zu einer Person, die in Narkose oder im Koma liegt, sehr leicht geweckt werden und innerhalb von Sekunden bis Minuten in einen normalen Wachzustand zurückfinden.
Schlaf ist eine aktive, in hohem Maße organisierte Abfolge von Ereignissen und physiologischen Zuständen.
Er setzt sich aus 2 deutlich zu unterscheidenden Zustandsformen zusammen:
· dem Non-REM-Schlaf (non rapid eye movement-Schlaf), also eine Schlafphase ohne schnelle Augenbewegungen
· und dem REM-Schlaf (rapid eye movement-Schlaf), jener Phase, die gekennzeichnet ist durch schnelle Augenbewegungen; in ihr finden hauptsächlich Träume statt.
Non-REM-Schlaf und REM-Schlaf unterscheiden sich so voneinander, wie sich beide vom Wachsein unterscheiden.
Der Non-REM-Schlaf wird weiterhin in die Stadien 1 bis 4 unterteilt, die sich in bezug auf die Amplitude und Geschwindigkeit der vom Schlafenden erzeugten Gehirnwellen, den Deltawellen, unterscheiden. Die Stadien 3 und 4 des Non-REM-Schlafes sind durch die größten und langsamsten Gehirnwellen gekennzeichnet und werden deshalb in dem Ausdruck slow wave-Schlaf (Schlaf mit langsamen Wellen), Deltaschlaf oder Tiefschlaf zusammengefaßt.
Während des REM-Schlafes kann man beobachten, wie sich die Augen des Schlafenden unter geschlossenen Augenlidern bewegen. Manche Wissenschaftler vermuten, daß ein Zusammenhang besteht zwischen dem Bewegungsmuster der Augen und den im Traum gesehenen Bildern. Während des REM-Schlafes befindet sich unser Organismus überwiegend in einem Zustand der muskulären Erschlaffung - nur das Herz, das Zwerchfell, die Augenmuskeln und die glatte Muskulatur (dazu gehören die Muskeln des Darmes und der Blutgefäße) bleiben ausgespart.
Viele Wissenschaftler haben versucht herauszufinden, in welcher Phase der Schlaf am tiefsten ist. Also untersuchte man, welcher Geräuschpegel bzw. welche Stärke anderer Weckreize erforderlich ist, um einen Schlafenden aus verschiedenen Schlafphasen zu erwecken.

Ein Schlafender kann grundsätzlich aus jeder Phase seines Schlafes erweckt werden, im Gegensatz zu jemandem, der sich im Koma befindet. Die Schlafstadien 3 und 4 erfordern jedoch die stärksten Weckreize, weshalb man diese Schlafphase oft als Tiefschlaf bezeichnet. In dieser Phase des Non-REM-Schlafes werden große Mengen Wachstumshormon aus der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet.Dies ist die Grundlage für die Annahme, daß in der Tiefschlafphase eine Regeneration des Körpers von den ermüdenden Aktivitäten des Wachzustandes stattfindet.
Während der REM-Phase reagieren Schlafende sehr unterschiedlich auf Weckreize: manchmal genügt das geringste Geräusch, um sie zu wecken, ein andermal bedarf es hierfür sehr viel stärkerer Reize. Diese Tatsache veranlaßt Wissenschafter zu der Annahme, daß auch im REM-Schlaf eine Phase tiefen Schlafs vorkommt.
Es gibt viele Theorien über die Aufgaben von REM-Schlaf und Traum, sie reichen von »Wunscherfüllung« bis hin zur Aufrechterhaltung von »Erinnerungen«. Unter den Forschern war die Theorie verbreitet, daß der REM-Schlaf für psychisches Wohlbefinden erforderlich ist, da ein experimenteller REM-Schlafentzug bei einigen Versuchspersonen auffällige Verhaltensmuster hervorrief. Diese Vorstellung von der Bedeutung des REM-Schlafes für unsere geistige Gesundheit wird jedoch heute weitgehend in Frage gestellt, unter anderem, da Fälle bekannt sind, in denen ein langdauernder und fast vollständiger REM-Schlafentzug gut toleriert wurde.
Einige Experimente zeigten, daß sich ein REM-Schlafentzug günstig auf die Behandlung von Depressionen auswirkt. Dennoch muß der REM-Schlaf eine wichtige Funktion haben, da Ratten nach einem zwei- bis dreiwöchigen REM-Entzug sterben, wobei mit Hilfe eines speziellen Computerprogrammes die Ratten immer dann geweckt wurden, wenn sie den REM-Schlaf erreichten.
Der Nobelpreisträger Francis Crick vertritt die Theorie, daß während der REM-Phase das Gehirn im Sinne einer »Aufarbeitung«, von zu abgenutzten gedanklichen Assoziationen befreit wird, wodurch die kognitiven Fähigkeiten während der Aktivitätsphase verbessert werden.
Welche Bedeutung der REM-Schlaf auch immer haben mag, es steht unumstritten fest, daß alle Lebensvorgänge von der Proteinherstellung bis zur sexuellen Erregung einschließlich des Orgasmus vom REM-Schlaf beeinflußt werden. Die noch ausstehende, letztendliche Erklärung des REM-Schlafes muß also sehr viele Aspekte berücksichtigen und darf sich nicht nur auf eine einzelne physiologische Funktion beschränken.

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